Tipps beim Hundetraining

6 Tipps für ein entspanntes Hundetraining

Damit du mit deinem Hund entspannt trainieren kannst, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten. Hundetraining ist keine Zauberei und sollte nicht nur dem Hund sondern auch seinem Halter Spaß bereiten. Was aber sind die sogenannten „goldenen Regeln“ beim Hundetraining?

Konsequenz beim Training

Konsequent sein bedeutet, dass das, was ich sage, auch genauso gemeint ist. Hunde verstehen kein hüh oder hott, sie verstehen nicht, dass sie heute mal auf das Sofa dürfen, morgen dann aber wieder nicht. Heute bekommen sie Essen vom Tisch und ein anderes Mal ist es böse zu betteln. Gewöhne dir an, konsequent mit deinem Hund umzugehen. Du machst ihm und dir das Leben wesentlich leichter, wenn du ihm die Spielregeln zeigst und sie auch konsequent eingehalten werden. Bringst du ihm Beim Hundetraining Signale bei, dann sei auch hier konsequent. Sagst du „Sitz“ und er macht „Platz“, dann ist das falsch. Hauptsache dein Hund macht überhaupt irgendwas, zählt hier leider nicht, denn beim nächsten Mal wird der Hund dafür ausgeschimpft. Auch hier zählt konsequent sein und wenn man „Sitz“ sagt, wird auch nur das „Sitz“ belohnt und nicht das „Platz“.

Auch beim Rückruf stolpern wir oft in eine Falle – „Rex… hier… komm… zu mir…“. Verwende nur Worte beim Hundetraining, die du ihm auch beigebracht hast. Hunde lernen nur den Wortlaut und nicht das Wort als solches. Du kannst es dir vereinfachen, indem du dir eine Liste mit Regeln und Signalen notierst, die du deinem Hund beibringen möchtest. Deine Familie kann sich ebenfalls diese Liste ansehen und die selben Signale sowie Regeln nutzen. Damit macht ihr euch und eurem Hund das tägliche Training sehr viel leichter.

Geduld und Zeit ist alles

Geduld ist eine weitere wichtige Eigenschaft eines Hundehalters. Denn nur wer mit Geduld und Verständnis seinen Hund trainiert, der kommt auch schnell an sein Ziel. Kleine Schritte im Training schaffen Sicherheit und Erfolgserlebnisse. So bleibt der Hund motiviert und macht gerne weiter mit. Gleichzeitig spielt die Zeit dabei eine wichtige Rolle. Vom Hund verlangen wir oft, dass er nach ein bis zwei Wiederholungen langsam wissen müsste, was wir meinen, und vergessen dabei, dass wir selbst 10 bis 13 Jahre in der Schule verbracht haben, um alles zu lernen. Für einen gut trainierten Hund sollten um die 2 Jahre eingeplant werden. Jede Übung muss nämlich sehr oft wiederholt und dann auch generalisiert werden. Das heißt, dass man dies an vielen verschiedenen Orten und in vielen verschiedenen Situationen üben muss, damit ein Hund merkt, dass dieses Kommando einzig und alleine vom Signal abhängt und von nichts anderem.

Timing beim Hundtraining

Wenn wir uns ein gutes Timing angewöhnen, haben die Hunde es wesentlich leichter zu erkennen, was wir eigentlich von ihnen wollen. Bis wir den Hund bestätigen, ist oft schon sehr viel Zeit vergangen. Deswegen müssen wir lernen, punktgenau zu loben, und das am besten 0,5 bis 1 Sekunde nach dem gezeigten Verhalten. Erst dann hat ein Hund die Chance beim Hundetraining zu lernen, das gezeigte Verhalten, was er gerade getan hat, anschließend als erwünschtes oder unerwünschtes Verhalten zu verknüpfen. Eine Sekunde ist nicht viel Zeit, deswegen sollte man dem Hund ein sogenanntes Brückensignal oder Lobwort beibringen. Dieses Lobwort setzt man gleich an das gewünschte Verhalten und hat dann die Zeit, in Ruhe eine Belohnung für den Hund aus der Tasche zu holen. Vergesst aber nicht das Lobwort vorher zu konditionieren.

Lobwort + Leckerchen = Freude

Das Lobwort muss man ein paar Mal wiederholen, damit es für den Hund eine Bedeutung bekommt. Doch so kann man sein Timing entscheidend verbessern und dem Hund genau zu verstehen geben, welches Verhalten man jetzt öfter von ihm sehen möchte. Es gehört aber auch zum Timing, dass man gewünschtes Verhalten wahrnimmt. So werden die meisten Hunde, wenn sie artig sind, ignoriert und nur, wenn sie etwas falsches tun, bekommen sie zu hören: „Luna hör auf zu bellen…, nicht an der Leine ziehen habe ich gesagt“. Wie ich schon erwähnte, Hunde tun nur das, was für sie belohnend ist.

Positiv verstärken

Hundetraining mit positiven Verstärkern ist sehr effektiv. Ein positiver Verstärker ist alles, was einem Hund Freude macht. Der häufigste benutzte positive Verstärker ist das Futter. Futter gehört zu den Grundbedürfnissen des Hundes und ist so sehr gut einsetzbar. Auch Spielzeug ist oft sehr effektiv und kann das Beibringen von Signalen vereinfachen. Hunde lernen durch Versuch und Erfolg, wenn also eine Aktion des Hundes positiv belohnt wird, freut sich der Hund und wiederholt eventuell beim selben Signal das gewünschte Verhalten. Merkt der Hund erst einmal, dass eine Aktion nicht wieder belohnt wird, überlegt er es sich zweimal, ob er es jetzt wiederholt oder lieber doch macht, was er gerne möchte. Daher ist Training ohne Belohnung oft sehr mühsam und langwierig, und aus reinster Nächstenliebe macht dein Hund das auch nicht mit.

Im Gegensatz dazu arbeiten einige Hundehalter leider mit negativen Verstärkern. Methoden wie Schmerz oder Angst, wie die typische Alpharolle, können beim Hund schnell zu Fehlverknüpfungen führen. So wird ein heftiger Ruck an der Leine nicht mit dem Ziehen verbunden sondern mit dem Radfahrer, den er gerade gesehen hat. In diesem Fall gibt es zwei typische Reaktionsverhalten. Zum einen kann der Hund das nächste Mal mit Angst oder zum anderen vielleicht sogar mit aggressivem Verhalten reagieren. Arbeitet man mit positiven Verstärkern, können auch Fehler unterlaufen, aber diese kann man meistens leicht abtrainieren und richten keinen großen Schaden an. Trainieren über Leckerchen macht das Training leicht und schnell und bringt den meisten Hunden große Freude.

Den Hund auslasten

Ein ausgelasteter Hund ist ein müder Hund, und wenn es die richtige Auslastung ist, auch ein glücklicher. So solltest du deinen Hund seiner Rasse entsprechend beschäftigen. Es sollte dir und ihm gleichermaßen Spaß machen und sollte nicht nur körperlich sondern vor allem geistig anstrengend sein. Denn alles, was du körperlich trainierst, trainiert auch die Ausdauer. So wird am Anfang eine halbe Stunde Fahrradfahren reichen, jedoch wirst du schnell die Anforderungen steigern müssen, bis dein Hund dann wieder müde ist. Es gibt viele schöne verschiedene Hunde-Sportarten oder Beschäftigungsmöglichkeiten, die dir und deinem Hund Spaß machen könnten. Da denke ich sofort an Agility, Dog-Dancing oder Nasenarbeit.

Zum Schluss wäre noch zu erwähnen, dass nach einer anständigen Auslastung, körperlich sowie geistig, eine ausreichend lange Ruhephasee ein wichtiger Bestandteil im Leben eines Hundes ist. Unglaubliche 16-17 Stunden am Tag sollte dein Hund schon schlafen. Nur in den Ruhephasen kann er das Erlernte und Erlebte richtig verarbeiten. Also finde für deinen Hund das perfekte Maß an Bewegung, geistiger Beschäftigung und Ruhe.
 

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Jenny Joswiak

Ich bin die Jenny von superschnauze, Hundetrainer aus Leidenschaft und Bloggerin. In diesem Blog schreibe ich über die Erziehung von Hunden, die Sprache der Hunde, veröffentliche Interviews (u.a. mit anderen Bloggern, Tierheimen, oder Hundetrainer) und informiere euch über lustige sowie wissenswerte Themen rund um den Hund. Falls du eine Frage hast oder ich dir auf eine andere Weise helfen kann, schreibe mir einfach einen Kommentar.


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