Irischer Wolfshund

Der Irische Wolfshund steht im Garten

Durch seine beachtliche Größe beeindruckt der Irischer Wolfshund vor allem optisch. Doch neben seinem imposanten Erscheinungsbild überzeugt der irische Hund auch durch sein sanftes und liebevolles Gemüt.

Steckbrief

Rasse:Irischer Wolfshund
Alternative Namen:Irish Wolfhound, Wolfhound
Herkunft:Irland
Größe:71-79 cm
Gewicht:40,5-54,5 kg
Lebenserwartung:6-10 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Schwarz, Orange/Mahagoni, Blau/Silber, Braun/Schokobraun, Weiß
Aufgaben:Jagdhund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:10. Windhunde
FCI Standard:160
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte der Rasse

Der Irische Wolfshund hat eine lange Entstehungsgeschichte vorzuweisen und zählt deshalb zu den ältesten Hunderassen der Welt. Die Wurzeln des großen Vierbeiners reichen wohl bis in die Antike zurück. So fand man Höhlen- und Wandmalereien, die damals bereits solch große Windhunde abbildeten. Die Kelten brachten diese Windhunde dann wohl mit in den europäischen Raum, wodurch sie letztlich auch in Großbritannien landeten. Im Mittelalter setze man die großen und kräftigen Hunde für die Jagd auf Wölfe, Bären, Wildschweine und Elche ein. Dabei zeigten sich die Tiere äußerst talentiert und waren daher auch entsprechend beliebt. Da die Jagd zur damaligen Zeit nur dem Adel gestattet war, war auch die Haltung der Windhunde dem Adel vorbehalten. So entwickelte sich der Wolfhound auch zu einem Statussymbol, indem er innerhalb der höheren Gesellschaft verschenkt wurde.

Durch die Entwicklung von modernen Schusswaffen, erlitt allerdings die Nachfrage nach dem Irischen Wolfshund einen starken Einbruch. Wie so viele andere Jagdhunde, waren auch die Irischen Wolfshunde plötzlich überflüssig. Dementsprechend reduzierten sich die Rassevertreter mit der Zeit immer mehr. Um das Aussterben des Irish Wolfhounds zu vermeiden, entschied man Mitte des 17. Jahrhunderts, keine Exemplare der Rasse mehr zu exportieren. Trotzdem schrumpfte der Bestand stetig weiter. Mitte des 19. Jahrhundert gab es kaum noch Irische Wolfshunde. Erst der Schotte George Graham nahm sich wieder der Zucht der Rasse an. Er kreuzte die vorhanden Rassevertreter mit Deerhounds, Doggen, Barsois und noch weiteren Rassen. 1870 wurde schließlich der „neue“ Wolfhound auf einer Hundeausstellung vorgeführt. Diese neue Variante der Rasse war etwas kräftiger und größer als die vorherigen Artgenossen. Kurze Zeit später erkannte der Britische Kennel Club den Irischen Wolfshund als eigenständige Rasse an.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete sich der Wolfhound auch in Nordamerika und im gesamten europäischen Raum. Allerdings wirkten sich die beiden Weltkriege negativ auf die Zucht der Hunde aus, sodass der Irish Wolfhound erneut vom Aussterben bedroht war. Erst ab 1950 entwickelte sich die Zucht der Tiere wieder weiter und es gab neue Würfe. Bis heute bleibt der Irische Wolfshund im Großteil Europas eine Rarität. Lediglich in Großbritannien und in Nordamerika ist der Vierbeiner etwas häufiger anzutreffen.

Charaktereigenschaften

Anders als seine Optik vermuten lässt, ist der Irische Wolfshund ein absolut schmusebedürftiger Vierbeiner. Er liebt es, mit seinen Familienmitgliedern eng und innig auf der Couch zu kuscheln. Oft vergisst er dabei, wie groß und kräftig er ist, sodass es für Herrchen oder Frauchen auch schnell etwas beengend wird. Auch die eine oder andere Vase könnte durch eine stürmische Kuschelattacke zu Bruch gehen. Bei aller Tollpatschigkeit ist der Irische Wolfshund ein ganz liebenswürdiger Vierbeiner, der glücklich und zufrieden ist, solange er die Gesellschaft seiner Lieblingsmenschen hat. Für eine Zwingerhaltung kommen die Rassevertreter allerdings somit nicht infrage.

Für die großen Irischen Wolfshunde ist es ein Highlight, wenn das ganze Rudel zusammen ist. Mit Kindern versteht sich der Irische Wolfshund natürlich ebenfalls bestens. Gemeinsames Spielen und Kuscheln bereitet dem Hund viel Freude. Auch Fremden gegenüber zeigt sich der Irish Wolfhound stets freundlich und offen. Allerdings ist er recht feinfühlig und wachsam, sodass er schnell erkennt, wenn tatsächlich Gefahr lauert. Als Wachhund sollte der Irische Wolfshund allerdings nicht gehalten werden, da er den meisten Fremden zu freundlich begegnet. Auch aggressives Verhalten ist von dem Vierbeiner nicht zu erwarten.

Als Windhund hat der große Irische Wolfshund einen hohen Bewegungsdrang. Dementsprechend sollte sein Halter für eine artgerechte Auslastung sorgen. Trotz aller Bewegungsfreude zeigt sich der Wolfshund kaum quirlig oder aufgeregt. Vielmehr strahlt er bei passender Auslastung eine faszinierende Ruhe aus.

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    Erscheinungsbild

    Der Irische Wolfshund hat einen kräftigen und sportlichen Körperbau. Im Durchschnitt haben die Hunde eine Widerristhöhe von 81 bis 86 cm. Der Rassestandard gibt eine Mindestgröße von 79 cm bei Rüden und 71 cm bei Hündinnen an. Der Rekord liegt aber sogar bei 106 cm. Das Gewicht der Tiere liegt bei 40,5-54,5 kg. Ein schwerfälliger Gang oder eine zu massige Statur ist nach dem Standard nicht erwünscht.

    Der Irische Wolfshund trägt ein kurzes, drahthaariges Fell. Farblich zeigt sich der Vierbeiner in einer großen Vielfalt, so gibt es weiße, graue, schwarze, rehbraune, rote und gestromte Rassevertreter. Aufgrund der engen Verwandtschaft zum Deerhound akzeptiert der Kennel Club auch weitere Farbvarianten, die beim Deerhound üblich sind.

    Haltung

    Durch seine ruhige und gelassene Art, stellt der Irische Wolfshund keine hohen Ansprüche an seinen Halter. Solange sein Besitzer liebevoll mit ihm umgeht und auch die meiste Zeit über anwesend ist, ist der irische Vierbeiner zufrieden. Auch Krankheiten nimmt der Wolfshund relativ stoisch hin, sodass sich diese oft erst erkennen lassen, wenn es schon zu spät ist. Achten Sie deshalb genau auf das Verhalten des Hundes und prüfen Sie jede noch so kleine Verhaltensänderung. Eventuell geht diese mit einem schlechten Wohlbefinden einher.

    Aufgrund der Größe des Irischer Wolfshund und dem stark ausgeprägten Jagdtrieb ist eine umfangreiche Erziehung des Vierbeiners unerlässlich. Starten Sie deshalb mit dem Training am besten bereits im Welpenalter. Der intelligente Wolfshund lernt zwar schnell, zeigt aber nicht unbedingt blinden Gehorsam. Manchmal gibt er sich eher etwas dickköpfig. Bleiben Sie während des Trainings auf jeden Fall stets konsequent und liebevoll. Druck und Härte hat der sensible Wolfhound gar nicht gerne. Vor allem erfahrene Hundehalter kommen in der Regel mit dieser Rasse bestens zurecht.

    Selbstverständlich möchte der Irische Wolfshund körperlich und geistig auch ausreichend gefordert werden. So können Sie mit Ihrem Vierbeiner zum Beispiel Hunderennbahnen besuchen, auf welchen er sich nach Herzenslust austoben kann. Auch „Coursing“ wäre eine Möglichkeit, den Hund artgerecht auszulasten. Natürlich kann Sie der Irish Wolfhound auch bei Wanderungen, Radtouren oder beim Joggen begleiten. Beachten Sie herbei jedoch den Jagdtrieb des Tieres. Ein Freilauf könnte schwierig werden.

    Hunderasse Irischer Wolfshund als Wachhund beliebt

    Pflege/Gesundheit

    Die Fellpflege des Hundes ist ziemlich einfach. So genügt es, das Haarkleid ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu bürsten. Während des Fellwechsels, können Sie selbstverständlich noch öfter zur Bürste greifen, um die herumfliegenden Haare zu reduzieren.

    Bei dem Irischen Wolfshund gibt es einige rassespezifische Erkrankungen, die auftreten können. Dazu zählen in erster Linie Gelenkprobleme, wie die Hüftdysplasie oder die Ellenbogendysplasie. Des Weiteren kann es aber auch zu Herzerkrankungen, Magendrehungen, Epilepsie und Leukämie kommen. Gerade aufgrund dieses erhöhten Krankheitsrisikos ist es enorm wichtig, einen Züchter zu wählen, der die Tiere vorab gründlich untersucht und nur komplett gesunde Hunde für die Zucht einsetzt. Hilfreich ist es, eine Ahnentafel zu verlangen und die Gesundheit der gesamten Zuchtlinie zu überprüfen.

    Zucht

    Laut VDH kamen in Deutschland zuletzt 436 Wolfhound-Welpen zur Welt. Dementsprechend ist die Auswahl an Züchtern für eine solch eher selten anzutreffende Hunderasse recht groß. Achten Sie unbedingt auf die Seriosität des Züchters. Im Idealfall gehört dieser einem offiziellen Zuchtverband an, der auch die Standards der FCI berücksichtigt. Am besten lernen Sie den Züchter und auch die Zuchttiere möglichst früh persönlich kennen, damit Sie einen Eindruck von der gesamten Zuchtstätte bekommen.

    Der aktuelle Preis für einen Wolfhound-Welpen liegt bei 1500 bis 2000 Euro. Wesentlich günstigere Preise deuten auf eine unseriöse Zucht hin. Hier sollten Sie dann besser nochmal genauer hinschauen.

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