Grönlandhund

Grönlandhund steht auf Gras und freut sich

Der Grönlandhund ist ein sehr lebhafter und mutiger Hund. Ursprünglich diente der Polarspitz den Einheimischen als Schlitten- und Jagdhund. Zwar zählt der Grönlandhund zu den ältesten Hunderassen der Welt, heutzutage trifft man den Vierbeiner außerhalb des kalten Nordens aber nur selten an.

Steckbrief

Rasse:Grönlandhund
Herkunft:Grönland
Größe:55-60 cm
Gewicht:26-44 kg
Lebenserwartung:12 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Schwarz, Orange/Mahagoni, Blau/Silber, Braun/Schokobraun, Creme, Weiß, Rehfarben
Aufgaben:Schlittenhund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:5. Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI Standard:274
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte der Rasse

Der Grönlandhund zählt zu den ältesten Hunderassen weltweit. So soll er bereits vor über 1000 Jahren existiert haben. Damals gelang er mit den Vorfahren der Inuit von Sibirien nach Nordamerika. Gezüchtet wurde der Vierbeiner in erster Linie für die Arbeit. So zeigte sich der Grönlandhund sehr vielseitig talentiert. Er unterstützte die Inuit bei der Robben- und Eisbärenjagd und transportierte Waren in der vereisten und verschneiten Landschaft. Die Kälte und die erschwerten Bedingungen störten den arbeitswilligen Hund dabei wenig.

Mit der Zeit fanden auch Wissenschaftler Gefallen an der Rasse. Sie nutzten die Talente des Hundes für ihre Polarexpeditionen. Als bekannter Forscher gilt zum Beispiel Roald Amundsen. Er erkundete die Arktis und auch die Antarktis in der Begleitung von Grönlandhunden.

1967 wurde die Rasse offiziell von der FCI anerkannt. In Deutschland betreut der Deutsche Club für Nordische Hunde die Zucht des Grönlandhundes – allerdings gibt es kaum verzeichneten Nachwuchs. Lediglich in den nördlichen Gebieten der Welt erfreut sich die Rasse weiter größerer Beliebtheit.

Neben dem Grönlandhund gibt es im Übrigen drei weitere Schlittenhundrassen: den Alaskan Malamute, den Samojede und den Siberian Husky.

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Charaktereigenschaften

Als Arbeitstier und Schlittenhund ist der Grönlandhund das selbstständige Handeln gewöhnt. Er ist stets auf seine Aufgabe fokussiert und orientiert sich dabei verhältnismäßig wenig an den Menschen um ihn herum. Der Vierbeiner ist zudem sehr aktiv und besitzt viel Energie. Er hat einen entsprechend großen Bewegungsdrang und auch einen stark ausgeprägten Jagdtrieb.

Auch wenn der Grönlandhund keine allzu enge Bindung zu seinen Menschen aufbaut, verhält er sich diesen gegenüber trotzdem immer freundlich und offen. Als Wachhund ist er somit nicht gerade geeignet. Des Weiteren bellt das Tier kaum, neigt aber dazu nach Herzenslust zu Jaulen.

Da es der Grönlandhund gewöhnt ist, im Rudel zu leben und zu arbeiten, zeigt er sich Artgenossen gegenüber sehr verträglich. Er braucht auch den Kontakt zu anderen Hunden, um glücklich und zufrieden zu sein.

Aufgrund der Selbstständigkeit des Hundes und des hohen Bewegungsdrangs, ist diese Rasse definitiv nicht für Anfänger geeignet. Vielmehr braucht es einen erfahrenen Halter, der souverän und konsequent auftritt. Zudem sollte die artgerechte Auslastung stets beachtet werden. Langweilt sich ein Schlittenhund, kann dieser schnell unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.

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    Erscheinungsbild

    Der Grönlandhund hat einen kräftigen und muskulösen Körperbau, welcher ihn die harte körperliche Arbeit möglich macht. Rüden haben eine Widerristhöhe von etwa 60 Zentimetern und Hündinnen von 55 Zentimetern. Dabei bringen die Tiere zwischen 26 und 44 kg auf die Waage. Der Rassestandard lässt hinsichtlich der Größe des Hundes einige Freiheiten zu, solange die Leistungsfähigkeit des Vierbeiners nicht beeinträchtigt wird.

    Der Grönlandhund trägt ein glattes und grobes Deckhaar, worunter sich eine weiche und wärmende Unterwolle befindet. Nach dem Standard sind keine Locken oder Wellen erlaubt. Am Kopf und an den Läufen hat der Grönlandhund ein etwas kürzeres Haarkleid. Am restlichen Körper und vor allem an der Unterseite der Rute findet sich wiederum längeres Fell.

    Farblich zeigt sich der Vierbeiner gerne in vielen Variationen. So sind nach dem Rassestandard alle Farben zulässig, außer Merle und Albino. Die Augenfarbe sollte allerdings immer dunkel sein. Blaue oder verschiedenfarbige Augen sind unerwünscht.

    Haltung

    Der Grönlandhund ist auf jeden Fall keine Rasse für Couchpotatoes. Vielmehr sollte der Halter des aktiven Vierbeiners sportlich begeistert sein und gerne viel Zeit in der freien Natur verbringen. Eine Haltung in der Stadt oder insgesamt in einer Wohnung ist für diesen Hund nicht geeignet. Ebenso wenig fühlt sich der Vierbeiner aus dem Norden bei warmen oder heißen Temperaturen wohl. Dies sollte bedacht werden, wenn Sie beispielsweise einen Urlaub buchen.

    Da es der Grönlandhund gewohnt ist, im Rudel zu leben, wäre es schön, wenn er zumindest mit einem weiteren Vierbeiner zusammenleben darf. Durch sein freundliches und offenes Wesen ist er ganz problemlos für Mehrhundehaushalte geeignet.

    Wohnen Sie in einer ruhigen Gegend, am besten in ländlicher Region, kann der Vierbeiner auch außen gehalten werden. Ein großes, eingezäuntes Gelände wäre ideal. Im Sommer sollte aber darauf geachtet werden, dass der Hund auch einen Rückzugsort im Schatten hat.

    Zwar ist der Vierbeiner kein Familienhund, sondern ein Arbeitstier – dennoch kann er gut mit Kindern zusammenleben. Hier entstehen in der Regel keine Probleme. Katzen oder noch kleinere Haustiere sollten wiederum nicht mit im Haus leben.

    Als Arbeitstier und eigentlicher Schlittenhund will das Tier aus dem Norden natürlich ausreichend beschäftigt werden. Im Idealfall kann der Vierbeiner auch heute noch mit dem Schlitten arbeiten. Hierzu gibt es professionell geführte Schlittenhundtrainingseinheiten. Auch Canicross wäre eine gute Möglichkeit, den Grönlandhund artgerecht auszulasten. Des Weiteren liebt es der Vierbeiner einfach, sich lange in der Natur aufzuhalten und die Gegend zu erkunden. Ausgiebige Wanderungen machen ihn somit ebenfalls glücklich. Möchten Sie den Polarspitz frei laufen lassen, sollten Sie den Fokus auf das Rückruf-Training legen, denn ansonsten wird der Jagdtrieb des Hundes dominieren.

    Grönlandhund - Schlittenhund und Jagdhund

    Pflege/Gesundheit

    Aufgrund des üppigen Fells und der dichten Unterwolle verliert der Grönlandhund relativ viele Haare. Bürsten Sie das Haarkleid deshalb regelmäßig gründlich durch. Während des Fellwechsels sollten Sie sogar täglich zur Bürste oder zum Kamm greifen.

    Abgesehen von der Fellpflege ist es natürlich auch ratsam, die Ohren und die Zähne des Vierbeiners regelmäßig auf Auffälligkeiten oder Entzündungen zu kontrollieren, damit diese schnell beseitigt werden können.

    Der Grönlandhund ist ein sehr robuster und gesunder Vierbeiner. Es gibt so gut wie keine rassespezifischen Erkrankungen. Lediglich die Hüftdysplasie tritt leicht gehäuft auf. Um das Risiko hierfür zu reduzieren, sollte der Züchter bereits die Elterntiere untersuchen. Haben die Zuchttiere keine Hüftprobleme, ist das Risiko für den Nachwuchs sehr gering. Da der Grönlandhund zudem zu den größeren Rassen gehört, besteht auch die Möglichkeit, dass das Tier eine Magendrehung bekommt. Um dies zu vermeiden, muss der Vierbeiner nach der Futtergabe unbedingt ruhen.

    Da der Polarspitz bei höheren Temperaturen schnell aus der Puste kommt, wird empfohlen, den Hund bei über 15 Grad Celsius nicht körperlich zu belasten. Sporteinheiten wären dann somit nur früh morgens oder spät am Abend möglich.

    Zucht

    Im mitteleuropäischen Raum finden sich kaum Vertreter der nordischen Rasse. Laut VDH erblickten in Deutschland im Jahr 2020 lediglich vier Grönland-Welpen das Licht der Welt. Im Jahr zuvor gab es sogar gar keinen Nachwuchs. Haben Sie also Interesse an einem Rassevertreter, werden Sie sich auf eine recht lange Wartezeit einstellen müssen. Um geeignete Adressen von Züchtern zu finden, wenden Sie sich am besten direkt an einen Verein für nordische Hunderassen.

    Muss es nicht unbedingt ein Grönlandhund sein, können Sie auch nach den anderen Schlittenhundrassen Ausschau halten. Diese sind in der Regel in Deutschland etwas mehr verbreitet. Dazu zählen der Samojede, der Alaskan Malamute und natürlich der Siberian Husky. Alle Schlittenhundrassen haben ähnliche Charakterzüge und vor allem stellen sie alle die gleichen hohen Anforderungen was ihre Haltung angeht. Schlittenhundrassen gehören nur in die Hände von erfahrenen Hundehaltern.

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