Finnischer Spitz

Finnischer Spitz steht im Schnee

Der lebhafte Finnischer Spitz wurde überwiegend für die Jagd auf Vogel- und Wasserwild eingesetzt. Besonders beeindruckend ist zudem die fuchsähnliche Optik des Hundes. Seit vielen Jahrzehnten ist der Finnischer Spitz der Nationalhund Finnlands.

Steckbrief

Rasse:Finnen-Spitz
Herkunft:Finnland
Größe:42-47 cm
Gewicht:7-13 kg
Lebenserwartung:12-14 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Orange/Mahagoni, Braun/Schokobraun, Creme, Weiß, Rehfarben
Aufgaben:Jagdhund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:5. Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI Standard:49
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte der Rasse

Die Vorfahren des Finnischer Spitz existieren bereits seit vielen Jahrtausenden. Früher wurde der fuchsähnliche Vierbeiner für die Jagd auf Birkenhühner, Schneehühner und Auerhähne eingesetzt. Auch das Jagen von kleinem Raubwild und von Elchen gehörte zu den Aufgaben des Hundes. Der Finnischer Spitz scheuchte die Vögel auf naheliegende Bäume und zeigte schließlich deren Aufenthaltsort durch lautes Bellen an. So konnten die Jäger nahe genug an die Beute herangeführt werden, damit sie die Vögel erschießen konnten.

Der Finne Hugo Ross beschäftigte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit den Jagdfähigkeiten des ursprünglichen Spitzes und begann mit der Reinzucht des neuen Finnischer Spitz. So wurde 1892 der erste offizielle Rassestandard erstellt. 1954 erkannt auch die FCI die Rasse als eigenständig an. In Finnland und auch in Schweden ist der Finnen-Spitz heutzutage weiter recht beliebt. Seit 1979 ist der Vierbeiner sogar der Nationalhund Finnlands. Im mitteleuropäischen Raum finden sich jedoch kaum Rassevertreter. In Deutschland wird die Zucht der Rasse vom „Deutschen Club für Nordische Hunde“ betreut.

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Charaktereigenschaften

Der Finnen-Spitz ist für sein selbstbewusstes Auftreten und seinen Sturkopf bekannt. Unterwürfig zeigt sich der lebhafte Vierbeiner selten. Auch ein „will-to-please“ ist kaum vorhanden. Allerdings ist der Finnischer Spitz sehr klug und wissbegierig, weshalb er neu Erlerntes schnell verinnerlicht. Häufiges Wiederholen langweilt ihn wiederum. Versuchen Sie daher, Ihrem Hund immer wieder neue Dinge beizubringen, ansonsten wird er bald das Interesse am gemeinsamen Training verlieren.

Grundsätzlich hat der Finnen-Spitz zudem Wachhund-Talente. Auch wenn er Ihr Grundstück bewacht, sollte der Hund dennoch immer Anschluss an die Familie haben. Eine Zwingerhaltung kommt für das menschenbezogene Tier nicht infrage. Im Übrigen verhält sich der Vierbeiner innerhalb seiner Familie sehr freundlich und kinderlieb, sodass das Zusammenleben mit Kindern absolut problemlos sein sollte.

Besonders rassetypisch ist die Bellfreudigkeit des Hundes. Finnen-Spitze können oftmals in der Minute bis zu 160 Mal bellen. Gefördert wird dies in Finnland sogar bei sogenannten „Bell-Wettbewerben“. Das Bellen ist hinsichtlich des Jagdeinsatzes besonders wichtig, denn es dient dem Jäger als Orientierung, wo sich das Wild befindet. Der Finnischer Spitz ist auch in der Lage, verschiedene Laute von sich zu geben. So kann er sich in kurzen und langen Lauten oder auch jodelnd ausdrücken. In Finnland ist die Bellfreudigkeit des Hundes aufgrund der dünnen Besiedelung auch kein Problem. Der nächste Nachbar ist oftmals viele hundert Meter oder gar Kilometer entfernt. In diesem Fall stört das lautstarke Gebell nicht. Interessieren Sie sich im mitteleuropäischen Raum für die Haltung eines Finnen-Spitzes sollten Sie allerdings diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen.

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    Erscheinungsbild

    Der Körperbau des Hundes ist fast schon quadratisch. Rüden habe eine Widerristhöhe von 47 cm, Hündinnen sind hierbei etwa 5 cm kleiner. Das Gewicht der Tiere liegt zwischen 7 und 13 Kilogramm. Ebenfalls charakteristisch für diese Rasse sind die aufrecht stehenden spitzen Ohren und die zusammengerollte Rute, die über dem Rücken getragen wird.

    Ein optisches Highlight ist auf jeden Fall das rote bis goldbraune Fell des Vierbeiners. Das mittellange bis lange Deckhaar ist dicht und robust. Darunter befindet sich eine weiche Unterwolle, die den Spitz vor Nässe und Kälte schützen soll. Die Unterwolle hat zudem immer einen helleren Farbton als das Deckhaar.

    Haltung

    Ein Stadthund ist der Finnen-Spitz definitiv nicht. In seinem Heimatland Finnland hat er endlose Weiten, in denen er die freie Natur genießen und nach Belieben herumstöbern kann. Dies sollten Sie ihm auch stets ermöglichen. Im Idealfall haben Sie ein großes Grundstück auf dem Land mit einem eigenen, eingezäunten Garten. Hier kann sich der Finnen-Spitz frei wegen und zudem auch seine Aufgabe als Wachhund erfüllen. Am besten wäre es, wenn Sie keine direkt anliegenden Nachbarn haben, denn diese würden sich wohl durch die Bellfreudigkeit des Vierbeiners früher oder später gestört fühlen.

    Was die Erziehung des Hundes angeht, ist viel Geduld und Konsequenz gefragt. Der Finnischer Spitz versucht gerne seinen Kopf durchzusetzen und zeigt sich nicht gerne unterwürfig. Schwäche wird deshalb von dem klugen Vierbeiner schnell bestraft. Bleiben Sie aber auf jeden Fall stets liebevoll. Zu viel Druck oder gar Härte würde das Vertrauen zwischen Ihnen und dem Tier zerstören. Für Hundeanfänger ist diese Rasse aber eher nicht geeignet. Ein erfahrener Hundehalter wird wiederum schon bald einen treuen und ausgeglichenen Vierbeiner an seiner Seite haben.

    Wird der Finnen-Spitz artgerecht ausgelastet, kann er gut in Familien mit Kindern gehalten werden. Er wird sich im Haus recht freundlich und ruhig zeigen und zu den Kindern auch eine enge Bindung aufbauen.

    Damit der Vierbeiner glücklich wird, sollte er viel Zeit in der Natur verbringen dürfen – am besten mit Ihnen gemeinsam. Unternehmen Sie daher lange Spaziergänge oder auch Wanderungen. Beachten Sie herbei bitte stets den Jagdtrieb des Hundes. Freilauf ist nur nach ausgiebigem Training möglich. Der Rückruf sollte bei dem Finnischer Spitz zu 100 Prozent funktionieren. Ansonsten hat der Vierbeiner auch bei der Fährtenarbeit oder beim Mantrailing jede Menge Spaß. Auch andere Hundesportdisziplinen sind für den Spitz geeignet.

    Bei der Urlaubsplanung sollten Sie beachten, dass der Hund keine hohen Temperaturen verträgt. Gemeinsame Urlaube in südlichen Regionen werden deshalb wohl keine Option sein.

    Finnen-Spitz - Familienhund

    Pflege/Gesundheit

    Das Fell des Finnen-Spitzes ist einfach zu pflegen. Bürsten Sie es circa ein- bis zweimal pro Woche, um den natürlichen Glanz des Haarkleids zu erhalten. Während des Fellwechsels sollten Sie das Fell aber besser täglich bürsten, damit nicht zu viele Haare im Haus herumfliegen.

    Da diese Rasse niemals überzüchtet wurde, treten bei dem Finnischer Spitz nur wenige gesundheitliche Probleme auf. Manche Vierbeiner neigen zur Hüftdysplasie und zu Knie- oder Ellenbogenproblemen. Solche Gelenkfehlstellungen können vorab durch ausgiebige Untersuchungen der Elterntiere ausgeschlossen werden. Des Weiteren ist noch die Hitzeempfindlichkeit der Hunde zu nennen. Im Sommer müssen Sie daher die ausgiebigen Spaziergänge früh morgens oder spät am Abend erledigen. Auch bei der Urlaubsplanung gilt es, diesen Aspekt zu berücksichtigen.

    Zucht

    In Deutschland gibt es nur wenige Vertreter dieser nördlichen Rasse. Im Jahr 2020 kamen laut VDH nur 4 Finnen-Spitz-Welpen zur Welt. In den Jahren zuvor gab es teilweise sogar gar keinen Nachwuchs. Wenn Sie sich also für einen Finnischen Spitz interessieren, werden Sie also einige Zeit warten müssen, bis Sie letztlich Ihren Wunsch-Welpen in den Händen halten können. Eventuell wäre es eine Option, direkt in Skandinavien einen Züchter zu suchen. Dort gibt es aufgrund der Beliebtheit der Rasse ein deutlich größeres Angebot.

    Möchten Sie stattdessen lieber einem erwachsenen Hund ein neues Zuhause geben, können Sie bei Tierschutzorganisationen anfragen. Diese haben eventuell einen nordischen Mischling, der eine neue Familie sucht.

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