Épagneul Picard

Braune Hunderasse Epagneul Picard alleine im Gras

Bei dem Épagneul Picard handelt es sich um eine sehr alte französische Jagdhundrasse. Durch sein ruhiges Wesen und seine freundliche, aufgeschlossene Art, kann er neben der Jagd auch gut als Familienhund gehalten werden.

Steckbrief

Rasse:Épagneul Picard
Herkunft:Frankreich
Größe:55-60 cm
Gewicht:20-25 kg
Lebenserwartung:13 Jahre
Felllänge:Langhaar
Fellfarbe:Orange/Mahagoni, Blau/Silber, Braun/Schokobraun, Weiß
Aufgaben:Vorstehhund
Listenhund:nein
FCI Gruppe:7. Vorstehhunde
FCI Standard:108
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte der Rasse

Wie seine engen Verwandten, der Epagneul Breton und der Epagneul Francais, gehen auch die Wurzeln des Epagneul Picards bis ins Mittelalter zurück. So zählten die damaligen Vogelhunde zu den Vorfahren des Picards. Seinen Namen verdankt der Hund seinem Herkunftsort, welcher in der Picardie lag. In diesem Gebiet gab es viele Sümpfe und Seen, sodass der Vierbeiner überwiegend bei der Wasserjagd zum Einsatz kam. Vor allem Schnepfen standen im Fokus der Jagd.

Ab 1600 durfte nur noch die adelige Gesellschaft der Jagd nachgehen. Somit wurden auch die Epagneul Picards ab diesem Zeitpunkt nur noch vom Adel gehalten. Bereits in der Zeit zuvor war die Rasse am Hofe schon recht beliebt. So zählten König Ludwig XII. und auch Sonnenkönig Ludwig XIV. zu den Liebhabern des französischen Jagdhundes. Erst während der Französischen Revolution eroberte sich das „einfache“ Volk das Jagdrecht zurück und begann somit auch die Picards zu führen. Lange Zeit zählte man den Epagneul Picard zu dem Epagneul Francais, da sich beide Rassen mehr oder weniger nur durch die Farbe unterschieden.

Im Jahr 1908 erkannte man den Epagneul Picard aber schließlich als eigenständige Rasse an und startete auch gleichzeitig die Reinzucht dieser Hunde. Im Vergleich zu seinen Verwandten ist der Picard aber verhältnismäßig selten anzutreffen. Außerhalb Frankreichs finden sich kaum Rassevertreter.

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Charaktereigenschaften

Der Epagneul Picard ist ein zielstrebiger und ehrgeiziger Jagdhund. Seiner Leidenschaft und seinem Arbeitswillen sollte er auch stets nachkommen dürfen. Eine Haltung ausschließlich als Familienhund kommt nicht infrage. Hier wäre der Vierbeiner nicht zur Genüge ausgelastet.

Hat sich der Hund außen ausgetobt und eifrig gearbeitet, ist er zu Hause ein ruhiger und verschmuster Vierbeiner. Er baut zu seinen Lieblingsmenschen eine enge Bindung auf und liebt das gemeinsame Spielen und Kuscheln. Auch mit Kindern kommt der Picard daher sehr gut zurecht.

Die Erziehung des Vierbeiners gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Die Rassevertreter sind sehr intelligente Tiere und dazu auch recht gehorsam. Bei einer geduldigen und liebevollen Erziehung werden die Hunde also schnell lernen und leicht zu führen sein.

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    Erscheinungsbild

    Der Epagneul Picard hat einen kräftigen und sportlichen Körperbau. Bei einer Widerristhöhe von 55-62 cm bringen die Hunde zwischen 20 und 25 kg auf die Waage. Ebenfalls charakteristisch für diese Rasse sind die tief angesetzten Schlappohren und die lange Rute.

    Das Fell des Picards ist mittellang und standardmäßig grau getüpfelt. Auch lohfarbene Zeichnungen und größere braune Flecken sind erlaubt. Ein hoher Weißanteil ist nach dem Rassestandard eher unerwünscht. Grauschimmelfarbene Epagneul Picards sind hingegen aber möglich.

    Optisch sehen die Rassevertreter dem Deutsch-Langhaar und dem Großen Münsterländer ziemlich ähnlich. Laien können die Hunde durchaus schnell verwechseln.

    Haltung

    Der Epagneul Picard ist auch heute noch ein Vorstehhund durch und durch. Er liebt es zu arbeiten und somit seiner Leidenschaft, der Jagd, nachzugehen. Sein Halter sollte ihm dies auch stets ermöglichen. Eine Haltung nur als Familienhund, ohne Jagdeinsatz, kommt für diese Rasse eigentlich nicht infrage. Der Hund wäre hierbei nicht genügend ausgelastet und würde sich daher mit der Zeit verhaltensauffällig zeigen.

    Dementsprechend ist der Epagneul Picard auch nicht für eine Haltung in der Stadt gemacht. Hier hätte er nicht genügend Platz zum Herumtoben und auch nicht viel Natur, in welcher er frei herumstöbern kann. Vielmehr eignet sich eine Haltung in ländlicher Gegend. Ein eigenes Haus mit großem, eingezäuntem Garten wäre natürlich ideal.

    Der Vierbeiner zeigt sich zudem immer sehr aufgeschlossen und menschenbezogen. Er lebt gerne eng mit seinem Rudel zusammen und baut zu seinen Lieblingsmenschen auch eine tiefe Bindung auf. Selbstverständlich lässt er sich von den Zweibeinern auch immer gerne mit ausgiebigen Streicheleinheiten verwöhnen und geht auf Kuschelkurs. Eine Zwingerhaltung kommt daher für diese Rassevertreter absolut nicht infrage.

    Mit anderen Hunden versteht sich der Picard in der Regel bestens. Auch ein Zusammenleben mit Katzen ist möglich, wenn sich beide frühzeitig kennenlernen. Kleinere Haustiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, sollten allerdings nicht mit im Haus leben. Diese sieht der Hund wahrscheinlich als potentielle Beute an.

    Als Jagdhund ist der Epagneul Picard selbstverständlich stets sportlich unterwegs. Deshalb kann er Sie auch gut beim Joggen oder Radfahren begleiten. Um die Spürnase zusätzlich auszulasten, können Sie den Vierbeiner auch für Mantrailing-Kurse anmelden oder sonstige Suchspiele in den Alltag integrieren. Da man den Picard auch sehr gut für die Wasserjagd einsetzen kann, liebt er natürlich auch jede Abkühlung im Wasser. Eventuell finden Sie in Ihrer Nähe eine Bademöglichkeit für das Tier.

    Épagneul Picard Familie gemeinsam im Garten

    Pflege/Gesundheit

    Das Fell des Hundes ist recht pflegeleicht. Bürsten Sie es circa ein- bis zweimal pro Woche um den natürlichen Glanz des Haarkleids zu erhalten und auch um Verfilzungen zu vermeiden. Schmutzrückstände von den Spaziergängen können so ebenfalls entfernt werden.

    Besonderes Augenmerk sollten Sie zudem auf die Schlappohren des Tieres legen. Schnell können hier bei mangelnder Hygiene Entzündungen entstehen. Auch Parasiten setzen sich an dieser Stelle gerne fest.

    Grundsätzlich handelt es sich bei dem Epagneul Picard um eine recht gesunde Hunderasse. Lediglich die Ohren des Vierbeiners sind etwas anfällig für Entzündungen. Des Weiteren sollten Sie stets das Gewicht des Hundes im Auge behalten. Zu viel Körpergewicht belastet die Gelenke und es könnte sein, dass der Vierbeiner eine Hüftdysplasie entwickelt. Das Risiko hierfür kann im Übrigen deutlich reduziert werden, indem auch die Elterntiere vorab auf eine Hüftfehlstellung untersucht werden. Sind die Zuchttiere gesund, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Welpe in Lauf der Zeit eine Dysplasie entwickelt, sehr gering.

    In der Regel werden die Vertreter der Rasse bei artgerechter Haltung circa 14 Jahre alt.

    Zucht

    Laut VDH kamen in Deutschland 2020 lediglich 20 Epagneul Picard Welpen auf die Welt. Dementsprechend gibt es nur wenige Züchter, die für Sie infrage kommen. Haben Sie eine passende Anlaufstelle gefunden, werden Sie zudem einiges an Wartezeit einplanen müssen, bis Sie tatsächlich Ihren Wunsch-Welpen in den Händen halten können.

    Möchten Sie das Ganze beschleunigen, haben Sie natürlich die Möglichkeit, einen Züchter direkt in Frankreich aufzusuchen. Im Heimatland der Rasse gibt es selbstverständlich deutlich mehr Züchter.

    Alternative Rassen zum Epagneul Picard wären ansonsten noch der Epagneul Bleu de Picardie, der Epagneul Breton oder auch die deutschen Rassen Deutsch Langhaar und der Münsterländer. Diese haben alle eine ähnliche Optik und gleiche Charakterzüge.

    Möchten Sie einem erwachsenen Hund ein neues Zuhause geben, können Sie bei Tierschutzorganisationen oder auch bei Vereinen für französische Vorstehhunde nachfragen.

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