Bull Terrier

Bull Terrier - Listenhund - Kampfhund

Trotz seines schlechten Rufs ist der Bull Terrier ein ausgeglichener und verspielter Hund. Der kompakt gebaute Vierbeiner steht dennoch in Deutschland auf der Liste der gefährlichen Hunderassen und wird als besonders gefährlich eingestuft.

Steckbrief: Informationen zum kompakten Vierbeiner

Rasse:Bull Terrier
Herkunft:Großbritannien
Größe:40-55 cm
Gewicht:22-36 kg
Lebenserwartung:10-14 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Schwarz, Orange/Mahagoni, Braun/Schokobraun, Weiß
Aufgaben:Ursprünglich: Schädlingsbekämpfung, Begleithund, Kampfhund
Listenhund:ja
FCI Gruppe:3. Terrier
FCI Standard:11
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte: Vom Kampfhund zum entspannten Weggefährten

Der Bull Terrier entstand durch die Kreuzungen von folgenden Rassen: Der Englischen Bulldogge, dem White English Terrier (mittlerweile ausgestorben) und dem Dalmatiner. Dementsprechend lassen sich die Bull Terrier auch heute noch in verschiedene Typen unterteilen - je nachdem welche Rasse sich am stärksten durchschlägt. Der Dalmatiner-Typ ist etwas höher gewachsen und hat einen schlankeren Körperbau. Der Bulldoggen-Typ hat wesentlich kürzere Läufe und ist massiv und kompakt gebaut. Alle anderen Rassevertreter sind dem Terrier-Typ zuzuordnen.

Die gezielte Zucht des Bull Terriers startete im Jahr 1850. Initiator war damals James Hinks, ein Tierhändler aus Birmingham. Was genau ihn zu der Zucht der neuen Rasse motivierte, ist bis heute nicht genau geklärt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass er einen neuen Begleithund für die englischen Gentlemen schaffen wollte. Des Weiteren wurde der Bull Terrier auch für das Jagen und Töten von Ratten und zum Dachse-Ziehen eingesetzt. Den Erzählungen nach soll es 1865 einen Vierbeiner namens „Pinscher“ gegeben haben, der es schaffte, 500 Ratten in 36 Minuten und 26,5 Sekunden zu töten. Diese beeindruckende Leistung ist bis heute legendär.

Leider musste der Bull Terrier auch in den Ring steigen und gegen Artgenossen kämpfen. Tierkämpfe waren im 18. und 19. Jahrhundert zum Leidwesen der Tiere ein beliebter Zeitvertreib, wodurch auch eine Menge Geld verdient wurde. Durch die Abrichtung zum Kampfhund zeigte sich der Bull Terrier höchst aggressiv und draufgängerisch. Bei den Zuschauern war er durch sein brutales Vorgehen äußerst beliebt. 1835 wurde die Tierquälerei schließlich beendet, indem England solche Kämpfe offiziell verboten hat. Den Ruf als Kampfhund ist der Bull Terrier aber bis heute trotzdem nicht losgeworden, auch wenn er heutzutage eigentlich ein entspanntes und ruhiges Wesen zeigt.

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Charaktereigenschaften: Stur, energisch und trotzdem liebevoll

Dem Bull Terrier werden immer noch die negativen Eigenschaften des Kampfhundes nachgesagt. Sie gelten allgemein als höchst gefährlich und zählen daher in vielen Ländern weltweit als Listenhunde. Die Haltung dieser „gefährlichen“ Hunderassen ist oftmals komplett untersagt oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Eigentlich lässt sich aber der Charakter des Bull Terriers ganz anders beschreiben. So ist der kompakte Vierbeiner ein sehr anhänglicher und menschenbezogener Hund. Sie bauen zu ihrem Halter oder ihrer Familie eine enge Bindung auf und suchen somit gezielt die Nähe zu den Menschen.

Insgesamt zeigt sich der Bull Terrier durchaus auch stur, eigensinnig und dominant. Die Erziehung gestaltet sich dadurch nicht unbedingt einfach. Gerne hinterfragt er die Kommandos seines Besitzers und überlegt sich genau, ob er diesen nun Folge leisten soll oder nicht. Damit die Erziehung reibungslos funktioniert, sollte bereits ab dem Welpenalter regelmäßig eine Hundeschule besucht werden. So kann Ihr Vierbeiner von klein auf das Hunde-Einmaleins lernen. Mit dem passenden Training und einer ausreichenden Sozialisierung ist es in der Regel kein Problem, einen Bull Terrier als Familienhund zu halten. Auch mit Kindern versteht sich der Hund bestens. Er liebt das gemeinsame Spielen und Herumtoben. Kleinere Kinder sollten Sie allerdings während des Spielens unbedingt beaufsichtigen, damit keine Unfälle passieren.

Bei Fremden zeigt sich der Bull Terrier distanziert und skeptisch. Er würde aber niemals grundlos jemanden angreifen. Bei drohender Gefahr, können Sie sich aber sicher sein, dass Sie Ihr Hund mutig verteidigen wird. Wesentlich dominanter tritt er anderen Vierbeinern gegenüber. Bei unzureichender Sozialisierung können hier aggressive Konflikte entstehen.

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    Erscheinungsbild: Ein außergewöhnliches Äußeres

    Der Bull Terrier hat ein ganz außergewöhnliches Erscheinungsbild. Besonders der eiförmige Kopf ist einzigartig. Vervollständigt wird der bedrohlich wirkende Schädel durch eine schiefe Nase, aufrecht stehende, kleine Ohren und die kleinen mandelförmigen Augen. Im Vergleich zu anderen Rassen, ist der Bull Terrier dadurch nicht gerade eine Schönheit und wird auch von vielen Menschen als „hässlich“ angesehen. Rasse-Liebhaber wissen aber die besondere Optik des Vierbeiners zu schätzen.

    Bei der Größe können die Bull Terrier in zwei verschiedene Typen unterschieden werden. Vierbeiner, die eine Schulterhöhe von weniger als 35,5 cm haben, zählen zu dem „Miniature Bull Terrier“, welcher eine eigenständige Rasse bildet. Alle Hunde mit einer Widerristhöhe von 40 bis 55 cm gehören dann zu dem „normalen“ Bull Terrier. Im Vergleich zu anderen Hunderassen, werden im Standard der FCI weder Größen- noch Gewichtsbegrenzungen angegeben. Dennoch sollte bei der Zucht weiter darauf geachtet werden, dass die Tiere wendig und schnell sind. Größe und Gewicht müssen somit harmonisch aufeinander abgestimmt sein.

    Ursprünglich wurde der Bull Terrier nur in Reinweiß gezüchtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es allerdings Einkreuzungen von Staffordshire Bullterriern, wodurch die Farbvielfalt vergrößert wurde. Heute trägt der Bull Terrier schwarzes, gestromtes, rotes, rehbraunes und dreifarbiges kurzes Fell. Verboten ist nach dem Rassestandard aber die Farbe Blau. Flecken am Kopf sind grundsätzlich möglich.

    Haltung & Aktivität: Eine Rasse mit Bewegungsdrang

    In Deutschland steht der Bull Terrier zusammen mit dem American Stoffordshire Terrier und dem Pitbull Terrier auf der Liste der besonders gefährlichen Hunderassen. Für diese Rassen und auch für Mischlinge, die sich aus diesen Hunden entwickelt haben, gilt ein Einfuhrverbot. Die Auflagen, die mit der Haltung eines solchen Vierbeiners einhergehen, können Sie den einzelnen Listen der Bundesländer entnehmen. Einzig Schleswig-Holstein, Thüringen und Niedersachsen führen keine Listen für gefährliche Rassen.

    Neben diesen gesetzlichen Schwierigkeiten, ist auch der Alltag mit einem „Listenhund“ nicht immer einfach. Gerade der Bull Terrier hat einen recht schlechten Ruf. Anfeindungen von anderen Menschen oder anderen Hundehaltern sind keine Seltenheit. Auch die Wohnungssuche kann sich schwierig gestalten. Überlegen Sie sich daher unbedingt vorab, ob Sie mit solchen unangenehmen Situationen klarkommen. Stress überträgt sich auch immer auf das Tier, weshalb Sie grundsätzlich selbstbewusst und entspannt durch den Tag gehen sollten.

    Der der Bull Terrier ein sehr hohes Selbstbewusstsein hat und auch gerne stur sein kann, sollte er nur in erfahrende Hände kommen. Der Vierbeiner versucht gerne, in der Rangordnung nach oben zu klettern und sucht stets nach Ihren Schwächen als Halter. Hundeanfänger wären hiermit definitiv überfordert.

    Durch den starken Schutztrieb und das grundsätzlich vorhandene Gefahrenpotential, muss der Hund bereits im Welpenalter eine Hundeschule besuchen, damit der Trieb kontrollierbar bleibt. Auch eine frühzeitige Sozialisierung ist unabdingbar. Gelingt dies und Sie zeigen sich bei der Erziehung stets konsequent, werden Sie einen freundlichen und treuen Familienhund an Ihrer Seite haben. Um den aktiven Vierbeiner artgerecht auszulasten, können Sie mit ihm auch Hundesport treiben. Beim Agility Training beispielsweise wird der Bull Terrier jede Menge Spaß haben.

    Bull Terrier - Hunderasse in verschiedenen Farben

    Pflege & Gesundheit: Pflegeleichtes Äußeres und empfindliche Organe

    Das kurze Fell des Bull Terriers ist einfach zu pflegen. Kämmen Sie das Haarkleid des Vierbeiners einfach einmal pro Woche durch, sodass der natürliche Glanz des Fells erhalten bleibt.

    Der Bull Terrier zeigt sich anfällig für einige rassetypische Krankheiten. Allgemein können die Hunde einen Nabelbruch erleiden, Tumore und Herz-Kreislauferkrankungen entwickeln. Auch die Nieren und die Gelenke können erkranken. Speziell bei den weißen Rassevertretern kommt es oft zur Taubheit. Sie sollten sich aufgrund dieser Anfälligkeit unbedingt vorab bei Ihrem Züchter über die gesundheitliche Vorgeschichte informieren, bzw. auch umfassende Tests verlangen. Des Weiteren ist es ratsam, Ihren Hund mindestens einmal im Jahr beim Tierarzt vorzustellen, damit Auffälligkeiten früh entdeckt werden können.

    Zucht: Was Sie wissen sollten

    Um das Image des Bull Terriers aufzupolieren, werden mittlerweile bewusst sehr menschenfreundliche Vierbeiner als Zuchthunde eingesetzt. Auf diese Weise soll die Eignung zum Familienhund stetig verbessert werden. Aggressive Tiere oder Hunde, die auf sonstige Weise wesensauffällig sind, dürften nicht zur Zucht zugelassen werden.

    Gerade bei Listenhunden ist es enorm wichtig, dass Sie Ihren Hund von einem seriösen Züchter beziehen. Nur ein solcher Züchter kümmert sich um die Gesundheit der Tiere und um eine passende Aufzucht bzw. Sozialisierung. Idealerweise gehört der Züchter auch einem offiziellen Verband an, sodass er sich an feste Auflagen und Rahmenbedingungen halten muss. Haben Sie eine geeignete Zuchtstätte gefunden, machen Sie sich persönlich vor Ort ein Bild des Ganzen. Hier können Sie auch die Elterntiere oder zumindest die Mutter kennenlernen und sich von deren Gesundheit und Wesen überzeugen.

    Laut VDH kamen im Jahr 2020 in Deutschland 125 Bull Terrier Welpen zur Welt. Grundsätzlich dürften Sie also relativ schnell einen passenden Züchter finden. Mit ein wenig Geduld werden Sie dann schon bald Ihren Welpen in den Armen halten.

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