Bordeaux Dogge

Bordeauxdogge im Winter

Die Bordeaux Dogge hat, anders als man es erwarten würde, eine sehr hohe Reizschwelle und ein ausgesprochen gelassenes Gemüt. Dennoch zählt diese Rasse in Deutschland zu den sogenannten Listenhunden. Entsprechende Auflagen sind somit bei der Haltung zu beachten.

Steckbrief: Fakten zur gelassenen Dogge

Rasse:Bordeaux Dogge
Herkunft:Frankreich
Größe:58-68 cm
Gewicht:45-50 kg
Lebenserwartung:Ca. 8 Jahre
Felllänge:Kurzhaar
Fellfarbe:Orange/Mahagoni, Braun/Schokobraun, Rehfarben
Aufgaben:Wach- und Schutzhund
Listenhund:ja
FCI Gruppe:2. Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
FCI Standard:116
FCI Rasse Standards:FCI Standards (PDF)

Geschichte: Vom Wildschweinjäger zum Filmhund

Wie der Name vermuten lässt, stammt die Bordeaux Dogge ursprünglich aus Frankreich. Dort zählt sie sogar zu den ältesten Hunderassen. Die Wurzeln des massiven Vierbeiners gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit wurden die Alanerhunde und vor allem die dazugehörigen Saupacker gehalten. Man kann davon ausgehen, dass es sich hier um die Vorfahren der Bordeaux Dogge handelte. Von einer „Dogge“ redete man erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts.

Bis 1850 ca. waren die stämmig gebauten Hunde nur in Südfrankreich und Nordspanien verbreitet. Dort setzten die Menschen die Doggen für die Jagd auf Wildschweine ein. Zudem waren die großen Vierbeiner aufgrund ihres imposanten Erscheinungsbildes dafür geeignet, das Hab und Gut der Leute zu bewachen und zu beschützen. Leider wurden die Talente der Bordeaux Dogge auch bald ausgenutzt: So mussten sie an Hundekämpfen teilnehmen und dort gegen andere Hunde und sogar gegen Bären ihr Leben verteidigen.

Damit die Bordeaux Doggen ihr heutiges Erscheinungsbild erhielten, wurden die bisher unterschiedlich aussehenden Doggen-Typen miteinander verpaart: der Toulouser-Typ, der Pariser-Typ und der Bordeaux-Typ. 1863 wurde dann offiziell die erste Dogue de Bordeaux auf einer Pariser Hundeausstellung präsentiert. 1896 gab Pierre Megnin schließlich auch einen ersten Rassestandard heraus. Durch den Beginn des Ersten Weltkrieges kam die Zucht der Dogge allerdings zum Stillstand. Da viele weitere Kriegsjahre folgten, kam es erst gegen 1950 zu einer Wiederaufnahme der Bordeaux Doggen Zucht. Diese neue Zucht war auch recht schnell erfolgreich, sodass die FCI gleich vier Jahre später die Rasse als eigenständig anerkannte.

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Ab 1960 erhöhte sich der Bekanntheitsgrad der massiven Vierbeiner auch außerhalb von Frankreich. Eine noch höhere Popularität erreichte die Rasse schließlich 1989. In diesem Jahr besetzte die Bordeaux Dogge im Film „Scott und Huutch“ eine Hauptrolle. Bis die Rasse in den USA jedoch vollständig anerkannt wurde, dauerte es noch einige Jahre. Die Anerkennung durch den American Kennel Club erfolgt letztlich im Jahr 2008.

Charaktereigenschaften: Sanft, gutmütig und kinderlieb - die Bordeaux Dogge, ein Dickkopf mit Schutzinstinkt

Die Bordeaux Dogge hat ein ausgesprochen sanftes Gemüt. Der Hund hat ein gutmütiges und ruhiges Wesen, was ihm problemlos das Leben in Familien ermöglicht. Wie viele andere Vierbeiner sucht er stets die Nähe zu seinen Menschen und liebt es von diesen mit Streicheleinheiten verwöhnt zu werden. Der französische Mastiff, wie die Dogge oftmals auch genannt wird, ist sehr kinderlieb und lässt sich auch durch lautes Geschrei und Herumtoben nicht aus der Ruhe bringen. Er besitzt eine besonders hohe Reizschwelle und würde praktisch niemals ohne Grund ein aggressives Verhalten zeigen.

Die Hundeerziehung ist natürlich trotzdem kein Selbstläufer. So hat der massiv gebaute Hund einen ordentlichen Dickkopf und überlegt sich immer gründlich ob er denn gerade Lust hat, die Kommandos von Ihnen auszuführen. Dennoch ist diese Rasse einfach zu führen, insofern Sie sich bei der Erziehung geduldig und liebevoll zeigen.

Ein starkes, bestimmtes Auftreten und ein konsequentes Verhalten sind bei dem französischen Mastiff unbedingt angebracht, denn der angeborene Schutztrieb des Hundes muss unbedingt frühzeitig unter Kontrolle gebracht werden. Wie es für einen Wachhund typisch ist, zeigt sich der Vierbeiner Fremden gegenüber sehr distanziert. Die Bordeaux Dogge muss erst für sich entscheiden, ob Gefahr droht oder nicht. Aggressiv wird sich der Hund aber dennoch nicht verhalten – er bleibt lediglich wachsam.

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    Erscheinungsbild: Ein massives und muskulöses Äußeres

    Die Bordeaux Dogge hat definitiv eine beeindruckende Optik. Der Körperbau des Hundes ist massiv und muskulös. Ein sehr breiter Kopf und tiefe Hautfalten vervollständigen das imposante Erscheinungsbild. Auch wenn der Vierbeiner durch seine Masse in seiner Sportlichkeit eingeschränkt ist, wirkt er trotzdem nicht träge, sondern bewegt sich durchaus dynamisch sportlich.

    Der französische Mastiff trägt ein kurzes, glattes Fell. Das Haarkleid ist in der Regel rotbraun und kann mahagoni- bis isabellfarbige Schattierungen annehmen. Kleine weiße Flecken auf der Brust oder an den Pfoten sind nach Standard ebenfalls erlaubt. Manche Bordeaux Doggen tragen zudem eine schwarze Maske. Diese Exemplare können auch eine schwarze Färbung der Haarspitzen aufweisen.

    Haltung & Aktivität: Spaziergänge und Kuschelabende auf der Couch - Wissenswertes über die Freuden des Vierbeiners

    Die Bordeaux Doggen sind nicht unbedingt recht bewegungsfreudig. Wenn Sie also gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner Sport treiben möchten, sind Sie bei dieser Rasse an der falschen Adresse. Der französische Mastiff eignet sich aufgrund seines massiven Körperbaus weder zum Hundesport, noch als Begleitung bei Radtouren oder beim Joggen. Doch es ist nicht nur so, dass der Hund bei diesen Aktivitäten schlechte Leistungen zeigen würde, sondern die Belastung wirkt sich auch negativ auf seine Gelenke aus. Spaziergänge in „normaler“ Länge sind aber selbstverständlich möglich. Hieran wird die Bordeaux Dogge auch sichtlich ihre Freude haben. Auch wenn diese Rasse nicht viel Auslauf und Auslastung braucht, sollte sie dennoch nicht in einer Stadtwohnung gehalten werden. Ein wenig Platz sollte diese große Rasse schon haben. Ein eigener Garten wäre perfekt, denn hier könnte die Bordeaux Dogge ihrer ursprünglichen Aufgabe als Wachhund nachkommen und wäre somit glücklich.

    Unabhängig von seiner Beschäftigung sucht der stämmige Vierbeiner auf jeden Fall ständig die Nähe zu seiner Familie. Er liebt innige Streicheleinheiten und kuschelt sich auch gerne mit seinen Lieblingsmenschen auf die Couch.

    Bevor Sie sich einen französischen Mastiff ins Haus holen, sollten Sie sich darüber informieren, ob die Haltung in ihrem Bundesland speziellen Auflagen unterliegt. Die Rasse steht nämlich in einigen Bundesländern auf der Liste der gefährlichen Hunderassen. So gilt der große Vierbeiner in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Hamburg als Listenhund. Auflagen können zum Beispiel ein Wesenstest, ein Sachkundenachweis oder auch eine Maulkorbpflicht sein. Erkundigen Sie sich einfach bei der dafür zuständigen Behörde Ihrer Gemeinde.

    Hunderasse Bordeauxdogge bzw. Bordeaux Dogge

    Pflege & Gesundheit: Häufig auftretende Krankheiten durch regelmäßige Tierarztbesuche verhindern

    Das kurze, glatte Fell der Bordeaux Dogge ist entsprechend leicht zu pflegen. Ein Bürsten ein- bis zweimal die Woche ist dennoch sinnvoll, damit der Hund nicht zu viele Haare verliert. Außerdem kann so gut der natürliche Glanz des Fells erhalten werden. Sie sollten sich aber vor der Anschaffung des Vierbeiners darüber im Klaren sein, dass diese Rasse extrem viel Speichel verliert. Sabberrückstände auf der Kleidung oder auf der Couch sind somit alltäglich.

    Es gibt einige Krankheiten, die bei der Bordeaux Dogge erblich bedingt gehäuft auftreten: Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie, Herzprobleme, Ektropium und Lebensmittelunverträglichkeiten. Zudem hat die Rasse ein erhöhtes Risiko eine Magendrehung zu erleiden. Besuchen Sie deshalb mindestens einmal im Jahr einen Tierarzt, der das Tier gründlich untersucht. So können Krankheiten frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

    Zucht: Eine weltweit vertretene Rasse

    Die Zucht des französischen Mastiffs findet mittlerweile weltweit statt. Suchen Sie sich auf jeden Fall einen seriösen Züchter, der auch einem offiziellen Zuchtverband angehört. Auf diese Weise können Sie sich sicher sein, dass sich der Züchter um die Gesundheit der Tiere bemüht. Vorab können Gendefekte entdeckt werden, sodass es gelingen sollte, nur komplett gesunde Tiere zur Zucht einzusetzen. Gerade bei dieser Rasse, die auch in manchen Bundesländern als Listenhund geführt wird, ist es wichtig, einen wesensfesten Hund zu erhalten. Die Welpen sollten also von Beginn an gut sozialisiert und liebevoll aufgezogen werden. Für einen Welpen aus so einer seriösen Zucht werden Sie in etwa 1800 Euro bezahlen.

    In Deutschland kamen 2020 153 Welpen dieser Rasse zur Welt. Sie werden deshalb nicht allzu lange warten müssen, bis Sie Ihren Wunschwelpen in den Händen halten können.

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